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Währungsunion 1990 / DM Graffiti / Foto
zu: Deutsche Geschichte, 1. Juli 1990.
Einführung der D-Mark in der DDR.

“DM” Graffiti an einer Mauer in Wurzen (Sachsen).

Foto, November 1990.
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2019 - AUSSTELLUNG Cordia Schlegelmilch
"30 Jahre friedliche Revolution
Eine Stadt erzählt die Wende"
Fotografien von Cordia Schlegelmilch

Vernissage 20. Oktober 11 Uhr
Städtische Galerie am Markt 1, 04808 Wurzen
Ausstellungdauer
20. Oktober bis 15. Dezember 2019

Im August 1990 reiste die Soziologin und Fotografin Cordia Schlegelmilch durch verschiedene Kreisgebiete der DDR auf der Suche nach einer Stadt, um zu erforschen, wie sich das Alltagsleben und die Lebensläufe der Menschen nach den Wendeereignissen verändern. Sie blieb in Wurzen, einer mittelgroßen sächsischen Kreisstadt östlich von Leipzig, und führte in einer außergewöhnlichen Langzeitstudie zum gesellschaftlichen und politischen Umbruch der DDR von August 1990 bis 1996 mit Menschen unterschiedlicher Milieus und Altersgruppen ausführliche biografische Interviews. Begleitend dazu dokumentierte sie den Umbruch fotografisch. Die Fotografien zeigen die Zeit des provisorischen Übergangs vom “Nicht-Mehr“ zum „Noch-Nicht“, geschlossene Gaststätten und Läden, neue Werbetafeln und Spuren der vergangenen Wahlen. 30 Jahre nach der Öffnung der Grenzen wird der Betrachter manches Vertraute, das aus dem Stadtbild verschwunden ist, wiederentdecken. Doch die Fotografien wollen einer vergangenen Zeit weder nachtrauern noch diese verdammen, sondern an das erinnern, was dazu gehört. Sie sind Bestandteil des Gedächtnisses einer Region.

Unter demselben Titel wie die Ausstellung erscheint ein Buch von Cordia Schlegelmilch (Sax Verlag). Es verbindet Interviewzitate zu einer chronologisch angelegten und kontroversen Textcollage. Das Besondere ist, dass Zeitzeugen aus ein und derselben Stadt über die dortigen Ereignisse der Wendezeit sprechen. Diese kollektive Erzählung vermittelt noch einmal eindringlich die unterschiedlichen Gefühle von Angst, Freude, Aufbruchstimmung und Entschlossenheit aber auch Verbitterung und Enttäuschungen dieser Zeit, die für unsere Gegenwart noch immer von Bedeutung sind.

Das Projekt wird aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts gefördert durch den Freistaat Sachsen und die SAB (im Rahmen des Programms "Revolution und Demokratie")