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Marcel Reich-Ranicki / Foto 1997
Reich-Ranicki, Marcel.
Literaturkritiker,
Wloclawek 2.6.1920 – Frankfurt a. M. 18.9.2013.
Porträtaufnahme, 1997.
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Marcel Reich-Ranicki / Literaturkritiker, Publizist, Autor, Polen/D
Marcel Reich-Ranicki wird am 02.06.1920 als Marceli Reich in Wloclawek (Polen) geboren. Nach der Insolvenz seines Vaters, geht er 1928 zu Verwandten nach Berlin und macht 1938 dort sein Abitur. Wegen seiner jüdischen Abstammung wird ihm die Immatrikulation an der Universität verweigert. Im Rahmen der sogenannten "Polenaktion" wird er Ende Oktober 1938 aus Deutschland ausgewiesen und geht nach Polen zurück. Im Januar 1940 lernt er seine spätere Frau Theofila Langnas kennen, die er Juli 1942 im Warschauer Ghetto heiratet. Der Deportation nach Treblinka können er und seine Frau durch Flucht entgehen. Bis zur Befreiung werden beide von einem polnischen Ehepaar versteckt.
Nach dem 2. Weltkrieg arbeitet er an der polnischen Botschaft in London, danach als Lektor für deutsche Literatur und Publizist. Immer wieder gerät er in Konflikt mit der Kommunistischen Partei Polens, zwischen 1953 und 1954 erhält er Publikationsverbot.
Nach einer Studienreise in die Bundesrepublik bleibt er 1958 in Frankfurt, wohin ihm auch seine Frau und sein Sohn folgen.
1960 wird er Literaturkritiker bei der Wochenzeitung "Die Zeit", ab 1973 ist er Leiter der Literaturredaktion der FAZ. Inzwischen einer der wichtigsten Literaturkritiker Deutschlands, wird er durch die Fernsehsendung "Das Literarische Quartett" auch bei einem breiten Publikum populär. 1999 erscheint seine Autobiographie "Mein Leben", die später erfolgreich verfilmt wird. 2012 hält er im Deutschen Bundestag als Zeitzeuge eine bewegende Rede zum Holocaustgedenktag.
Gestorben am 18.09.2013 in Frankfurt/Main.