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Erich Lessing (1923-2018)
Mit großer Trauer erfuhren wir vom Tod unseres Fotografen und Freundes Erich Lessing.

Als Altmeister der Fotoreportage und als Mann mit überdurchschnittlicher Energie, wird er seine Spuren in der Geschichte der Fotografie hinterlassen.
Dank seines unbezwingbaren Willens gründete er 1996 das berühmte Erich Lessing Fotoarchiv. Im Jahre 2012 dann eine eigene Fotogalerie.

Geboren 1923 in eine jüdische Familie in Wien, konnte Erich Lessing 1939 nach Palästina fliehen, während die meisten Mitglieder seiner Familie zurückblieben und der NS-Diktatur zum Opfer fielen. Mit verschiedenen Tätigkeiten, u.a. als Taxifahrer und Karpfenzüchter in einem Kibbuz verdiente er seinen Lebensunterhalt und machte in Palästina die Fotografie vom Hobby zum Beruf. 1947 kehrte er nach Österreich zurück und begann als Fotoreporter, zunächst für Associated Press, ab 1951 für die legendäre Agentur Magnum, zu arbeiten. Er berichtete fortan über die wichtigsten Ereignisse des internationalen politischen Lebens. Berühmt wurde er durch seine Schwarz-Weiß-Reportagen der Nachkriegszeit, durch die Serien von der Unterzeichnung des Staatsvertrages, des Aufstandes in Ungarn 1956 oder des Prager Frühlings.

Ab Mitte der 1960er Jahre wandte sich Erich Lessing verstärkt kulturellen und künstlerischen Themen zu und schuf so eine außergewöhnliche Fotosammlung, die nahezu alle Meisterwerke der Kunstgeschichte beinhaltet und sich auch, mit von ihm als "Erzählfotos" bezeichneten Arbeiten, historischen Persönlichkeiten zuwendet.

Zehntausende Aufnahmen entstanden im Laufe seiner Karriere, viele davon haben in über 60 Büchern und Ausstellungen auf der ganzen Welt ihr Publikum gefunden.

Nun ist der als Jahrhundertfotograf bezeichnete Erich Lessing am 29. August 2018 im Alter von 95 Jahren in Wien verstorben. Wir werden ihn und seine "begabten Augen" sehr vermissen.