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Under the talars...
Students hold up a banner saying "Under the talars, the mustiness is kept for thousands of years" during the entrance of the new and the old dean of the University...
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1968 Deutschland
Das magische Jahr 1968 ist als dramatischer Höhepunkt einer gesamtgesellschaftlichen Auf- und Umbruchphase zu sehen, wobei der Wertewandel schon vor 1968 angestoßen wurde. Aus der Wiederaufbau- war eine Wohlstandsgesellschaft geworden, in der nun die junge Generation durch gezielt provokantes Verhalten eine bewusste Abgrenzung gegenüber den „Alten“, dem „Establishment“ als Ziel verfolgte.
Der politische Protest bündelte sich in der APO (Außerparlamentarische Opposition) und dem SDS (Sozialistischer Deutsche Studentenbund).

Die internationale Vietnam-Konferenz des SDS inkl. diverser Großdemonstrationen gegen die US-Politik in Vietnam, studentische Protestaktionen wie Sit-Ins oder Institutsbesetzungen prägten den Jahresbeginn. Als dann am 11. April auf Rudi Dutschke ein Attentat verübt wurde, eskalierte die bereits aufgeheizte Stimmung. Tausende gingen auf die Straßen und lieferten sich nicht nur in Berlin gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Ein zweites prägendes Ereignis stellte die Verabschiedung der Notstandsgesetzgebung dar, die als Zementierung des ohnehin als formaldemokratisch empfundenen Systems wahrgenommen wurde.
Trotz massiver Proteste der Gewerkschaften, der Studentenbewegung und anderer Kreise, wurden die Notstandsgesetze am 30. Mai im Bundestag verabschiedet und am 27. Juni 1968 in das Grundgesetz übernommen.

Der Protest der 68er war antiautoritär, antitechnokratisch, antiimperialistisch und antikapitalistisch und trug zur Dynamisierung von Transformation und Wertewandel in der Gesellschaft bei.