Ajax loader
Members of the Commune I (l-r) Rainer Langhans, Dieter Kunzelmann, Volker Gebbert and Ursula Körber after their arrest on the 22nd of September in 1967.
HIGH RES ON REQUEST
von 1
Öffne Lightbox
Kommune I
Erste Pläne zur Gründung einer Kommune als Gegenentwurf zur spießigen Kleinfamilie mit traditionellen und hierarchischen Strukturen wurden bereits 1966 geschmiedet. Letztendlich starteten 4 Frauen und 4 Männer im Januar 1967 das Experiment: Dieter Kunzelmann, Fritz Teufel, Ulrich Enzensberger, Volker Gebbert, Dagrun Enzensberger, Tanquil Enzensberger, Dorothea Ridder und Dagmar Seehuber (Rainer Langhans stieß erst im März 1967 dazu).

Während der gesamten Zeit des Bestehens war die Kommune I berüchtigt für bizarre Inszenierungen, die zwischen Satire und Provokation schwankten.

Allerdings gerieten die ursprünglichen politischen Motive und Ideale der Kommunarden recht bald in den Hintergrund. Im Vordergrund standen Sex, Musik und Drogen. Gründungsmitglied Kunzelmann wurde heroinabhängig und musste die Kommune verlassen. Teufel war schon vorher wegen seiner unüberschaubaren Frauengeschichten vor die Tür gesetzt worden. Die Kommune I war zur Happeningfabrik verkommen und deren Bewohner zu „Popstars“, die sich Interviews und Fotos bezahlen ließ.

Was blieb, als sich die Kommune im November 1969 nach einem Überfall durch Rocker auflöste, war die öffentliche Auseinandersetzung mit Themen wie Gleichberechtigung der Geschlechter, Enttabuisierung sexueller Bedürfnisse und der Grundstein für eine neue Form des Zusammenlebens war gelegt.