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MOSES, TOMB OF POPE JULIUS II by Michelangelo
The statue of MOSES in the center of the tomb of POPE JULIUS II (1503-1513) in the basilica of St.Peter in chains (San Pietro in Vincoli) in Rome, Italy. Sculpture...
Mose steigt vom Sinai
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Moses - Meisterwerk von Michelangelo
Moses ... wieder ins 'Licht gesetzt'

Nach mehr als 15 Jahren Restaurierung wird Michelangelos Meisterwerk, das Juwel der Kirche San Pietro in Vincoli in Rom, mit einem revolutionären Beleuchtungssystem der Öffentlichkeit präsentiert. Es zeigt ihn, wie sein Schöpfer ihn darstellen wollte.

Dies ist das Ergebnis von mehr als 15 Jahren Arbeit: Ende Januar 2017 wurde die Restaurierung des Moses von Michelangelo, der um 1505 in Auftrag gegeben und 40 Jahre später für das Grabmal von Papst Julius II. in der Basilika San Pietro in Vincoli in Rom vollendet wurde, abgeschlossen. Jetzt können wir das Meisterwerk in den Lichtverhältnissen bewundern, in denen der Künstler diese ikonische Skulptur zeigen wollte.

Tatsächlich war das Licht schon immer ein Schlüsselelement dieses absoluten Meisterwerks der Renaissance, weil der Marmor aus Carrara, aus dem es gemacht ist, eine abhängig von den Lichtverhältnissen sehr unterschiedliche Farbwiedergabe hat. Aber im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Qualität der Lichtbrechung und -reflexion durch den Marmors langsam bis zu einem Grad verändert, dass der Moses nicht mehr so bewundert werden konnte, wie ihn Michelangelo entworfen hatte.

Nach dreijähriger Arbeit an diesem Teil der Restaurierung wurde ein neues hoch entwickeltes Beleuchtungssystem auf LED-Basis installiert, um Lichtverhältnisse zu gewährleisten, die den ursprünglichen Absichten von Michelangelo entsprechen und dabei die Veränderung der Skulptur durch Sonnenstrahlen vermeiden.

Das revolutionäre, von Lichtdesigner Mario Nanni und Restaurator Antonio Forcellino entwickelte LED-System erlaubt es nicht nur, die Veränderung der Lichtverhältnisse über den ganzen Tagesverlauf hinweg zu simulieren, sondern auch mit den unterschiedlichen Texturen des Marmors zu spielen, dem von Michelangelo intendierten Einfangen des Lichts (durch den Einsatz eines Schliffs mit grobem Bimsstein) oder, im Gegenteil, seinem Gleitenlassen auf der Materie durch die Verwendung einer Oberflächenpolitur aus einer Mischung von heißem Blei und Kinderurin.

In den 1860er Jahren war wegen des Baus des angrenzenden Universitätsgebäudes neben der Basilika das einzige Fenster, durch das natürliches Licht fiel und die Figur des Moses direkt beleuchtete, zugemauert worden. Aber Michelangelo hatte seine Skulptur genau an dieser Stelle platziert, damit dieses “göttliche“ Licht den mit Hörnern geschmückten Kopf des Propheten beleuchtet.

Die Erhabenheit der Skulptur verschwand für viele Jahre in einem Halbdunkel, das Touristen durch den Einwurf von ein paar Münzen in einen Beleuchtungskasten unterbrechen konnten.

"Michelangelo schuf seine Skulptur um die Idee des Licht herum, eine Idee, die mit dem Verschwinden des Fensters verloren ging. Aus diesem Grund konnten wir bis heute nicht verstehen, warum sein Moses den Kopf dreht, was eine Art und Weise war, sein Verhältnis zu Gott durch das durch das Fenster kommende göttliche Licht zu symbolisieren, das sein Gesicht erhellt", sagt der Kunstrestaurator Antonio Forcellino, der an diesem Projekt gearbeitet hat.

Das durch das Team des Restaurierungsprojekts entwickelte LED-Beleuchtungssystem erlaubt es, ohne Veränderung der Qualität des Marmors der Skulptur den ganzen Tag über unterschiedliche Intensitäten und Farben des Lichts zu simulieren und das Gesicht Moses am späten Nachmittag in einem warmen und orangefarbenen Licht zu baden.

Antonio Forcellino sagt: “Wir wissen heute, dass Michelangelo seine Skulptur poliert hat, nachdem sie in der Kirche aufgestellt wurde, weil er die Auswirkungen der Brechung und Reflexion vor Ort nach den tatsächlichen Bedingungen der Sonnenbeleuchtung erreichen wollte. Er wollte die Lumineszenz des Marmors kontrollieren. Dieser Grad des Raffinesses wurde im Hinblick auf Michelangelo vergessen. Es ist eine Technik, die er von seiner Arbeit in der Sixtinischen Kapelle entlehnt hat, wo er verschiedene Farben je nach Lichtintensität, die auf sie auftraf, verwendete."

Die Herausforderung und der ganze Sinn dieser Restaurierung liegt darin, nicht nur die ikonische Skulptur von Michelangelo in ihrem ursprünglichen Glanz wiederzugewinnen, sondern auch die Lichtverhältnisse, in denen Michelangelo sein Meisterwerk vollendet hat.

Der Fotograf Erik Vandeville dokumentiert dieses einzigartige Licht und läßt uns Moses neu erleben.